28.05.25 Sognefjellsvegen: Mit dem Camper über den höchsten Pass Nordeuropas
28.05.2025 · Mittwoch☀ oben SchneeJostedal, Norwegen
Zum Frühstück gibt es Brötchen. Wir starten um 10 Uhr, ohne etwas bezahlen zu müssen. Nach wenigen Minuten halten wir an einer Tankstelle, kaufen den billigsten Kaffee und nutzen die sehr saubere Toilette.
Ich rufe den Veranstalter von icetroll.com an. Gestern habe ich mir dort eine Gletschertour herausgesucht: mit dem Kajak über den See zum Nigardsbreen und dann zu Fuß auf den Gletscher. Der Mann am Telefon meint, ich soll online buchen, morgen um 10 Uhr startet die Tour. Geil! Hoffentlich klappt das. Also fahren wir heute zu einem Campingplatz in der Nähe.
Die Sonne scheint, wir sehen sehr viele Wiesen und Schafe. Hinter Oppdal geht es über das Dovrefjell, fast 1.000 Meter hoch. Ein toller Fluss begleitet uns lange neben der E6, dazu Wasserfälle ohne Ende.
In Norwegen fahren natürlich viel mehr Elektroautos. Auffällig ist, dass neben Tesla mittlerweile viele ID. Buzz von VW und Mustang Mach-E unterwegs sind.
Hinauf auf 1.434 Meter
In Lom biegen wir auf die Straße 55 ab, den Sognefjellsvegen. Er gilt als höchster Gebirgspass Nordeuropas und ist eine der Nationalen Touristenstraßen Norwegens. Seit 1938 können hier Autos fahren, die Strecke selbst nutzten schon im Mittelalter Händler und Bauern.
Was dann kommt, hatte ich nicht erwartet. Von Lom auf gut 400 Metern geht es in einer guten Stunde hinauf auf 1.434 Meter. Die Fahrt ist abenteuerlich: Serpentinen, Wasserfälle an den Felswänden, und je höher wir kommen, desto mehr Schnee liegt. Mit unseren sieben Metern und 3,5 Tonnen ist Balu kein kleines Auto, und teilweise sind die Straßen sehr knapp, aber zum Glück kommen uns nur wenige Autos entgegen.
Oben ist alles weiß. Am Rand türmen sich drei Meter hohe Schneewände, dahinter Schneefelder bis zum Horizont. Am höchsten Punkt, dem Fantesteinen, stehen Steinfiguren im Schnee, und wir halten für Fotos.
Rund 33 Kilometer und eine Stunde lang sind wir über 1.000 Meter unterwegs. Dann geht es auf der anderen Seite in steilen Kehren wieder hinunter, bis nach Skjolden am Lustrafjord, dem innersten Arm des Sognefjords. Innerhalb von nur 45 Minuten verlieren wir fast die gesamte Höhe und sind wieder auf Meereshöhe. Zum Schluss ist es anstrengend zu fahren, aber spektakulär.
1.434 Meter, drei Meter hohe Schneewände und Balu mittendrin. Diese Passfahrt vergesse ich nicht.
15 Uhr machen wir 50 km vor dem Campingplatz Pause bei Shell. Drei kalte Hot Dogs kosten 17,70 €!
Weiter geht es zum Campingplatz in Jostedal. Gegen 17 Uhr sind wir da: eine sehr nette ältere Dame an der Rezeption, tolle saubere Toiletten. Ich gehe direkt zum Joker, einem kleinen Lebensmittelladen. Morgen ist auch hier Feiertag, Christi Himmelfahrt, und ich will noch Abendessen und Proviant für morgen holen. Wir machen Kartoffelstampf mit Frikadellen. Tolle Fischstücke oder gute Bratwurst gab es nicht, der Laden ist sehr klein und extra teuer. Nur Wiener und etwas Aufschnitt habe ich gekauft. Nach dem Abendbrot gehe ich duschen, sehr gut.
Ich habe eine extra Euro-Box mit Klamotten hinten im Kofferraum, zum Glück auch mit viel Sportsachen. Daher suche ich die Sachen für die Gletscherwanderung heraus. Ich habe alles, was empfohlen wird: lange Unterhose, Wanderhose, dicke Socken, Mütze, sogar die Skijacke. Nur Handschuhe hatte ich nicht, die habe ich mir aber vor wenigen Tagen im Supermarkt gekauft.
Dann die Technik. Es ist schwer zu wissen, was man mitnimmt. Erst wollte ich die gute Kamera in einem wasserdichten Kajaksack mitnehmen, ich packe sie aber wieder aus. Für die GoPros habe ich kein Ladekabel dabei. So entscheide ich mich für die 360-Grad-Kamera mit Stativ, Handy und Selfiestange. Um 22 Uhr geht es ins Bett.
311 km5:15 h Fahrzeit10:02–16:53 Uhrhöchster Punkt 1.437 m laut GPS













