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21.05.25 Rovaniemi: Santa Claus, Polarkreis und die ersten Rentiere

Mit Balu zum Nordkap

21.05.2025 · Mittwoch🌨 2 °CLappland, Finnland

Es war kalt in der Nacht. Es ist jetzt 6 Uhr, draußen sind 3 Grad, im Bus 8. Die zwei Wärmflaschen sind immer noch etwas warm, die Heizung hatten wir noch nicht an. Der Wetterbericht für das Weihnachtsdorf ist schwierig: maximal 2 Grad und nur Regen. Durch Zufall bemerken wir, dass wir ab Finnland eine Stunde Zeitverschiebung haben.

Gegen 10 Uhr fahren wir vom Ikea-Parkplatz zum richtigen Ikea, um zu frühstücken. Leider gibt es bei Ikea kein Frühstück, alle essen bereits Mittag, und das um halb elf. Also bestellen wir auch Köttbullar, Tee und Kaffee und nutzen die Sanitäranlagen.

Frühstück gibt es bei Ikea nicht, also Köttbullar
Frühstück gibt es bei Ikea nicht, also Köttbullar

Kurz nach 11 Uhr fahren wir los, eine halbe Minute später sind wir in Finnland. Ab jetzt wird die Tour neu für uns. Vor sechs Jahren sind wir mit dem Nissan X-Trail um die Ostsee gefahren, jetzt trennt sich der Weg von damals, denn wir fahren weiter in den Norden. Die Straße hat nur noch eine Spur pro Richtung, es regnet sich ein, überall wird vor Wild gewarnt.

Weihnachtsdorf, wir kommen
Weihnachtsdorf, wir kommen

Beim Weihnachtsmann

Gegen 14 Uhr kommen wir bei Schneeregen im Santa Claus Village bei Rovaniemi an. Das erste Haus heißt „Santa is here“. Man muss auf jeden Fall zum Weihnachtsmann, haben wir uns sagen lassen. Vorher kommt ein riesiger Giftshop, und wir sind über die Euro-Preise überrascht, bis uns einfällt: Finnland hat ja den Euro!

Hier wohnt der Weihnachtsmann
Hier wohnt der Weihnachtsmann
Weihnachtsstimmung
Weihnachtsstimmung
Hier wohnt der Weihnachtsmann
Hier wohnt der Weihnachtsmann

Es ist sehr kitschig, und so gehen wir durch die Tür zu „Santa is here“. Wo sonst lange Schlangen stehen, ist heute niemand. Am Ende sitzt der Weihnachtsmann, Fotos sind strengstens verboten. Eine leicht genervte Frau macht die Bilder, und wir plaudern mit dem Weihnachtsmann, wie ich heiße und wo wir herkommen. Er erzählt von den vielen Autos aus Deutschland. Ich setze mich dazu und wir machen das Foto. Es ist sehr gut geworden, aber auch sehr teuer: 35 €. Ich kaufe es trotzdem.

Die Gehilfen
Die Gehilfen
Weihnachtsmann
Weihnachtsmann
Das teuerste Foto der Reise: wir beide beim Weihnachtsmann
Das teuerste Foto der Reise: wir beide beim Weihnachtsmann

Dann gehen wir zur Linie des Polarkreises und schießen Fotos. Die weiße Linie quer über den Platz markiert den Polarkreis auf 66° 32' 35" nördlicher Breite. Nördlich davon geht im Sommer die Sonne mindestens einen Tag lang gar nicht unter. Hier gibt es auch einen virtuellen Geocache, den ich logge, und das Hauptpostamt des Weihnachtsmanns, aus dem Post in die ganze Welt verschickt wird. Ich kaufe noch zwei Postkarten. Das reicht, ich habe schon nasse Füße. Am Auto hole ich Ersatzschuhe und Socken, und Harry fährt weiter.

Wir zwei am Polarkreis
Wir zwei am Polarkreis
Die Linie des Polarkreises
Die Linie des Polarkreises
Santas Postamt
Santas Postamt
66° 32' 35" Nord
66° 32' 35" Nord

Die ersten Rentiere

15 Uhr fahren wir weiter, es gießt. Es ist wirklich wenig los, sowohl auf den Straßen als auch an der Touristenhochburg. Eine halbe Stunde später liegt Schnee zwischen den Bäumen. Ich fahre.

Plötzlich liegt Schnee neben der Straße
Plötzlich liegt Schnee neben der Straße

Gegen 17 Uhr steht ein Rentier mit hellem Fell am Straßenrand und grast, wir fahren daran vorbei. Um Viertel vor sechs überquert eine ganze Herde die Straße! Wir halten kurz an und Harry schießt einige Fotos. Da ich auch gerne fotografieren will, übernimmt Harry wieder das Steuer. Das war gut so, denn kurz danach sehen wir noch einmal mehrere Rentiere am Rand, und ich fotografiere mit der guten Kamera.

Die ersten Rentiere am Straßenrand
Die ersten Rentiere am Straßenrand

Wild sind die Rentiere in Lappland übrigens nicht: Jedes Tier gehört einem Rentierhalter, die Herden laufen aber das ganze Jahr frei durch Wald und Fjell. Deshalb stehen sie auch so gelassen an der Straße.

Gegen halb sieben erreichen wir den von Harry ausgesuchten Campingplatz, aber es ist alles zu, niemand an der Rezeption. Ein anderer Camper meint, wir sollen einfach dableiben und morgen bezahlen. Wir hätten aber gerne das Restaurant genutzt, das auch geschlossen ist, und so fahren wir weiter.

Kurz nach 19 Uhr halten wir an einer Parkbucht direkt an der Straße. Der Grund ist ein riesiger zugefrorener See. Ich steige aus und mache Fotos, es sieht toll aus! Wir beschließen, einfach hierzubleiben.

Ein riesiger zugefrorener See
Ein riesiger zugefrorener See
Eisschollen bis zum Horizont
Eisschollen bis zum Horizont
Mütze auf, es sind nur zwei Grad
Mütze auf, es sind nur zwei Grad
Unser Schlafplatz direkt an der E75
Unser Schlafplatz direkt an der E75

Wir holen die Kochplatten raus und machen Reis mit Erdnuss-Curry von Löwenanteil, das schmeckt uns sehr gut. Dazu gibt es Rum-Cola. Danach werden beide Wärmflaschen fertig gemacht, die Heizung haben wir an.

Erdnuss-Curry mit Reis
Erdnuss-Curry mit Reis

Ich will unbedingt noch die Videos der Dashcam überspielen, denn da ist die Rentierüberquerung drauf. Das dauert, Harry liegt schon im Bett. Bis alle Videos übertragen sind, ist es fast 23 Uhr. Drinnen sind 17 Grad, draußen 2 Grad. Wir schalten die Heizung aus, es wird sicher stark abkühlen, aber mit den Wärmflaschen schaffen wir das.

Um 23 Uhr versuche ich zu schlafen. Es war ein guter Tag.

RouteBeim Anzeigen wird die Karte von OpenStreetMap geladen.

426 km5:11 h Fahrzeit11:12–19:20 Uhr

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